Wirtschaftliche Potenziale der Kultur ausschöpfen
KULTUR IST SCHRITTMACHER DER
STANDORTPOLITIK
WW. Das Kulturangebot im Westerwald hat sich in den zurückliegenden 2
Jahrzehnten quantitativ aber auch qualitativ gut entwickelt. Ohne diese positive
Tendenz wären zwischen Lahn und Sieg bei wirtschaftlich schwierigen
Rahmenbedingungen noch mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, wäre das
Klima für neue Unternehmensgründungen noch weitaus schlechter! Dies stellt die
Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V. fest.
„Kultur und kulturelles Engagement in den Regionen und für die Regionen wird immer mehr zum Schrittmacher der Standortpolitik“, so ist in der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) 2003 vorgelegten Studie zu lesen. Auf den wichtigen Zusammenhang von wirtschaftlicher Entwicklung im Westerwald und dem Angebot von Kunst und Kultur in der Region weißt der Vorsitzende der im unteren Kreisteil tätigen Kleinkunstbühne, Uli Schmidt (Horbach), schon seit Gründung des Kulturvereins vor 18 Jahren hin.
Die Studie der IHK verdeutlicht wie auch andere regionale und überregionale
Studien, dass Kulturförderung einen immer größeren Stellenwert bei Unternehmen
sowie unternehmerischen Organisationen erhält. Und: Die IHK´s wollen sich in
verstärktem Maße als Vermittler zwischen den Kulturträgern, Kulturschaffenden
und den Unternehmen der Gewerblichen Wirtschaft einsetzen. Dass dies auch im
Westerwald möglich sein kann, hatte Geschäftsführer Richard Hover von der
IHK-Bezirksstelle in Montabaur bereits nach Veröffentlichung der Studie
festgestellt. Daneben will Schmidt sich als Kreisbeigeordneter des
Westerwaldkreises dafür einsetzen, das sich mit dem wichtigen Thema auch die
Kreisgremien und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft beschäftigen.
Nach Feststellung der Industrie- und Handelskammern werden die Dialoge zwischen Wirtschaft und Kultur inzwischen immer häufiger und intensiver geführt. Unternehmen leisten heute als Kultursponsoren und Mäzene einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Deutschland und auch im Westerwald.
Für 90 Prozent der Unternehmen, die sich bisher fördernd engagierten, sind kulturelle Anliegen inzwischen bewusster Bestandteil ihrer Unternehmenspolitik; sie werden als gewinnbringende Investition für Unternehmensimage und Unternehmensidentität genutzt.
Die Wirtschaftskammern forcieren laut Studie ihr Engagement für die Kulturarbeit in den Regionen aus gutem Grund: Arbeitsplatz- und Standortwechsel werden zunehmend auch unter dem Blickwinkel getroffen, welche kulturellen Angebote vor Ort anzutreffen sind und welche Möglichkeiten der Entfaltung eine aktive und passive Kulturteilnahme in einer Stadt oder einer Region bietet. Auch für die Tourismuspolitik wird der Ausbau der Kulturszene in den Regionen zu einem zentralen Anliegen. Entsprechende Initiativen der Zusammenarbeit sind in Rheinland-Pfalz und auch im Westerwald bereits angelaufen.
Für die Kleinkunstbühne Mons Tabor, die mit bekannten Veranstaltungen wie „Musik in alten Dorfkirchen“, dem „Festival of Folk & Fools“ und der „Westerwälder Kabarettnacht“ den Standortfaktor Kultur im Kreis bereits seit vielen Jahren stärkt, sind die wirtschaftlichen Potenziale der heimischen Kulturpolitik bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Kulturaktivisten hoffen darauf, mit Hilfe der regionalen Wirtschaft, den Kommunen und vielen Kulturorganisationen den Prozess der Kulturförderung auch in Zukunft konstruktiv mitgestalten zu können.
Noch immer verschärft sich der Konkurrenzkampf unter den Wirtschaftsstandorten in Deutschland. In diesem Konkurrenzkampf erhalten die weichen infrastrukturellen Faktoren Kunst und Kultur eine immer stärkere Ausprägung. Wird Zeit, dass dies immer Westerwald auch die letzen Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zur Kenntnis nehmen!